Lammfleisch in Pflaumensauce - Artikel im Kölner Stadtanzeiger

22.01.2010 11:30 |  Kategorie: Presse, Internet

Transskription des Artikels "Lammfleisch in Pflaumensauce" von Helmut Gote, erschienen am 22.01.2010 im Kölner Stadtanzeiger.


Lammfleisch in Pflaumensauce

Screenshot des Artikels 'Lammfleisch in Pflaumensauce'Von Helmut Gote, 22.01.10, 16:01 Uhr
Im "Als Salam" lernt man Paradebeispiele aus der arabischen Küche kennen. Die Speisekarte ist äußerst spannend und die bunte Mischung aus traditionell gestalteter Innenarchitektur noch dazu ein schöner Blickfang.

Geheimnisvolle Düfte, erlesene Gewürze und ungehörte Klänge des Orients verspricht die Internet-Seite dieses arabischen Restaurants. Fehlen eigentlich nur noch die Märchen aus 1001 Nacht, möchte man da schon unwillkürlich hinzufügen. Tatsache ist aber, dass die Speisekarte wirklich ziemlich spannend ist, und die bunte Mischung aus traditionell gestalteter Innenarchitektur, arabisch geschnitztem Mobiliar mit Mosaikeinlagen sowie den ausgestellten Utensilien von Kaffeekannen aus Kupfer bis zur Wasserpfeife erst einmal ein sehr schöner Blickfang ist. Ab 21 Uhr kann die Wasserpfeife auch geraucht werden, Zigaretten ebenfalls, weil das "Al Salam" dann ein Raucherclub ist.

Dass die Luft trotzdem einigermaßen frisch bleibt, hat anscheinend nicht nur mit den hohen Räumen zu tun, sondern auch mit der guten Belüftung, die sich allerdings so bemerkbar macht, dass es je nach Sitzplatz etwas unangenehm zieht. Dagegen hilft die heiße, pürierte Linsensuppe, dezent mit Kreuzkümmel gewürzt (4 Euro). Überhaupt setzen die Köche hier die typischen Gewürze und Zutaten der arabischen Küche eher zurückhaltend ein und gehen bei der Zubereitung ziemlich sorgfältig vor. Die Sesampaste Tahine, Joghurt und Kreuzkümmel kommen in fast allen Vorspeisen irgendwie vor, von denen es jede Menge in kalten oder warmen Varianten gibt: Die Falafel aus gemahlenen Kichererbsen (4 Euro) waren knusprig in sehr frischem Fett frittiert, ebenso wie die Kubbeh Maqulieh (4,50 Euro) - lustig geformte Kugeln aus einem Weizenschrotmantel mit geschmortem Rindfleisch gefüllt, das mit Zimt gewürzt ist. Ebenfalls eine Klasse für sich ist Fuhl (4 Euro), eine Vorspeise aus braunen Bohnen mit gehackten Walnüssen, Frühlingszwiebelringen und Granatapfelkernen in einem Dressing aus Joghurt und Tahine mit Zitrone. Oder das frisch-säuerliche Auberginen-Mus mit Tahine (4,50 Euro).

Man könnte sich hier problemlos an den Vorspeisen satt essen, aber die Hauptgerichte sind einfach zu verlockend, um sie nicht zu probieren. Oder haben Sie schon mal zarte, mit Oliven und Walnüssen gefüllte Hühnchenrouladen (11,50 Euro) gegessen, die mit gebackenen Tomaten- und Kartoffelscheiben zum Couscous gegessen werden?

Baklava zum Schluss

Bei den gegrillten Merguez, pikant gewürzte Bratwürste aus Lamm- und Rindfleisch im Schafsdarm mit Gemüse (11,50 Euro), würde ich aus europäisch-kulinarischem Blickwinkel lediglich anmerken, dass sie deutlich kräftiger gegrillt sein könnten. Das mit Ingwer geschmorte Lammfleisch in Pflaumensoße (12,50 Euro) ist ein Paradebeispiel für orientalisches Essen. Und Baklava sind ein schön süßer Schlusspunkt mit Mandeln, Walnüssen und Pistazien (4 Euro). Die Weine aus dem Libanon wie der würzige weiße Château Ksara (0,2 l für 7 Euro) oder der kräftig fruchtige Rosé passen gut zu den Vorspeisen, bei den Hauptgerichten wären es der französische Merlot (6 Euro) oder der herausragende Pfälzer Spätburgunder von Becker (8 Euro), einem der besten deutschen Rotwein-Winzer. Ob der mit der Wasserpfeife harmoniert, kann ich nicht beurteilen, denn die inzwischen bei uns schon nostalgisch anmutende Sitte, für die Zigarette danach im Restaurant sitzen bleiben zu können, war mir orientalisch genug.

Al Salam
Hohenstaufenring 22
50674 Köln
Tel.: 02 21/21 67 13
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags ab 18 Uhr